Dezember 2017: Samia und Liv

Als Liv vor einem Jahr nach Kiel zog, hatte sie Lust „irgendwas Soziales“ zu machen. Ein Ehrenamt, das könnte es sein. „Ich hätte nie gedacht, dass aus diesem Ehrenamt eine so gute Freundschaft wird“, wendet sie sich an Samia. Ihre Tandempartnerin nickt und ein Lächeln huscht über ihr Gesicht.

Die Beiden treffen sich regelmäßig zum Schnacken, sei es im Cafe in der Stadt oder auf dem Uni-Campus im Sechseckbau. Samia kommt gebürtig aus dem Jemen und hat dort ihr Medizinstudium begonnen. Als sie hörte, dass Liv ebenfalls Medizinstudentin ist, war sie sofort hellauf begeistert.

„Damit ich in Kiel weiter studieren kann, muss ich richtig gut deutsch sprechen. Deswegen habe ich mich bei kulturgrenzenlos angemeldet. Zum Glück habe ich bald Antwort von Liv bekommen. Wir treffen uns sehr oft und reden, reden, reden. Sie hilft mir viel und ich finde sie ganz toll.“ Auch Liv schwärmt von den Vorteilen der Tandempartnerschaft: „Gefühlt haben viele meiner bisherigen Freunde immer sehr ähnliche Meinungen. Samia hat zu ein paar Dingen einfach eine ganz andere Perspektive. Das mag ich sehr.“

Die beiden jungen Frauen sprudeln bereits vor Ideen für weitere Unternehmungen. Sobald Samia mit ihrem Deutschkurs fertig ist, will sie endlich richtig Fahrradfahren lernen. Sie war zwar schon manchmal auf dem Rad in Kiel unterwegs, fühlt sich aber noch nicht so sicher im Sattel. Deswegen möchte sie es noch üben. Liv strahlt: „Und dann machen wir eine Fahrradtour.“

Für die Zukunft hat Samia noch einen weiteren Wunsch: „Ich will unbedingt, dass Liv mit zu meiner Familie kommt. Ich erzähle meiner Mutter immer von ihr. Und meine Mutter will Sie endlich mal kennenlernen.“

(Interview Alex Pappert, Foto: Lena Stöcker)