Tandeminterview: Anastasia & Kateryna

Das sind Anastasia und Kateryna. Seit zwei Jahren sind die beiden nun schon ein Tandem. Kennengelernt haben sie sich über kulturgrenzenlos. Aus dem Tandem ist längst eine Freundschaft geworden, die beiden sehr viel bedeutet.

Anastasia hatte schon einmal eine Partnerin, mit der es nicht so richtig passte, und startete dann einen neuen Versuch. „Einige Wochen später bekam ich die Nachricht, dass jemand für mich gefunden wurdeKatya. Ich wusste sofort, dass sie aus der Ukraine kommt, und habe mich gefragt, ob das für sie passt, weil ich aus Moskau komme. Aber sie hat mich gleich angeschrieben – und da war mir klar: es funktioniert“, erinnert sich Anastasia.

Kateryna betont: „Am Anfang war ich auch etwas unsicher, aber schon beim ersten Treffen wusste ich: Wir verstehen uns gut.“

Kateryna lebt seit drei Jahren in Kiel. „Als ich neu in Deutschland war, habe ich kulturgrenzenlos im Internet entdeckt. Ich habe gelesen, dass man hier Freundschaften schließen kann und mich sofort angemeldet“, erzählt sie.

Anastasia lebt bereits seit sieben Jahren in Kiel, hat hier studiert und arbeitet heute in der Öffentlichkeitsarbeit. „Ich habe kulturgrenzenlos bei einer Veranstaltung kennengelernt und gedacht: Da finde ich bestimmt jemanden, der genauso gerne Fahrrad fährt wie ich“, erinnert sie sich lachend. Dass Kateryna mittlerweile ihr eigenes Fahrrad besitzt, freut die beiden besonders.

In ihrer Tandemfreundschaft unternehmen sie zum Beispiel gerne Ausflüge nach Lübeck oder Laboe, spazieren durch den Botanischen Garten, kochen zusammen. Im Rahmen von Katjas Bundesfreiwilligendienst haben sie auch Schabbat in der jüdischen Gemeinde gefeiert und dort zusammen einen Bastelkurs besucht. Auch Katjas erster Kinobesuch mit Anastasia ist den beiden in Erinnerung geblieben: „Ich war sehr froh, dass Katja ihren ersten Film auf Deutsch mit mir gesehen hat. Das war ein richtiger Meilenstein beim Deutschlernen, und ich habe mich riesig für sie gefreut”, erzählt Anastasia schmunzelnd. „Unser Tandem hat sich gebildet, als ich erst auf dem Niveau A2 war. Seitdem hat Nastja mich unterstützt und begleitet – bis hin zum C1-Zertifikat“, erzählt Katja.

Neben den Ausflügen besuchen sie auch gerne Events von kulturgrenzenlos – vom Sommerfest über den Neujahrsbrunch bis hin zu einem Länderabend. Besonders schön fanden beide auch ihre Mitarbeit beim ukrainischen Fest, wo sie zusammen Wareniki gekocht haben. „Und sofort gegessen“, fügt Anastasia lachend hinzu. Zuhause bei Kateryna spielen die beiden manchmal Tischspiele, trinken Tee und verbringen gemütliche Abende.

Wir ergänzen uns einfach gut“, sagt Anastasia. „Wir können über ganz Alltägliches reden, aber auch mal philosophisch werden – und trotzdem verstehen wir uns sofort.“ Kateryna nickt: „Unsere Kulturen haben viele Gemeinsamkeiten, vor allem im Alltäglichen oder in bestimmten Traditionen, wir haben gleiche Interessen – das gibt mir ein Heimatgefühl.

Besonders eindrücklich für Anastasia sind die freundschaftlichen Gesten ihrer Tandempartnerin: „Einmal hat Katja für mich Fisch mit Kartoffeln gekocht und mir danach sogar eine coole Frisur mit ihrem Dyson-Föhn gemacht. Das hat mir ein richtiges Gefühl von Zuhause gegeben und gezeigt, dass wir die gleiche Sprache sprechen. Katja weiß ganz genau, was ich mag und wie ich ticke, das schätze ich sehr“, so Anastasia.

Aus ihrer Tandempartnerschaft ist längst eine richtig gute Freundschaft geworden. Auch wenn beide viel zu tun haben, nehmen sie sich oft Zeit füreinander und entwickeln tolle Ideen für gemeinsame Aktivitäten: „Wir planen schon das nächste Konzert. Katja hat mir einmal einen Link zu Pauls Kalkbrenner Konzert geschickt. Ich habe in derselben Sekunde Tickets für uns beide gekauft. Beim Musikgeschmack haben wir einen Volltreffer,“ erzählt Anastasia. „Und vielleicht machen wir auch einen gemeinsamen Urlaub“, sagt Katja.

Neulich hat sich Kateryna auf Anastasias Empfehlung hin bei Umlauf auf eine spannende Position beworben… mit Erfolg! Sie hat eine Stelle im selben Unternehmen bekommen. Das heißt, die beiden sind bald nicht nur Tandempartnerinnen, sondern auch Kolleginnen!

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Interview und Foto: Robert Gerzmann, Regina Elagina

Ann-Christin

  • Rolle im Projekt:
    Projektkoordinatorin im Projekt „CoCo – Cooking Connects“
  • Was motiviert dich, bei uns mitzuarbeiten?

    Mir macht besonders die Arbeit mit Menschen Spaß. Die Idee eines Begegnungsprojekts, bei dem Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen aufeinandertreffen finde ich besonders wichtig, um Vorurteile abzubauen und dazu beizutragen, gemeinsam eine offene, bunte Gesellschaft zu gestalten, in der sich jede Person willkommen fühlt. Insbesondere im momentanen gesellschaftspolitischen Klima ist es mir wichtig, mich für ein diverses und friedliches Miteinander einzusetzen.

  • Was bedeutet dir interkultureller Austausch?

    Interkultureller Austausch bedeutet für mich, sich zu trauen, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, offen auf Menschen und ihre Lebenswelten zuzugehen und neue Perspektiven einzunehmen.

  • Ein Fun Fact über dich:
    Meine kleine Mopshündin Lilly wird euch evtl. auch im Büro oder bei gemeinsamen Projekten über den Weg laufen. 

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