Das sind Linea und Aniket. Als Linea und Aniket sich vor einem Jahr zum ersten Mal im Büro von kulturgrenzenlos gegenübersaßen, stimmte sofort die Atmosphäre.
„Wir hatten von Anfang an den gleichen Vibe“, erinnert sich Aniket. Und tatsächlich: Aus einem zufälligen Tandem-Match ist eine Freundschaft entstanden, in der viel gekocht, gelacht und entdeckt wird.
Linea ist 22 Jahre alt, kommt aus Hamburg und studiert Psychologie im dritten Semester. Nach einem Jahr in Kiel liebt sie besonders die Nähe zum Wasser – und die vielen Möglichkeiten, neue Menschen kennenzulernen. Schon in ihrer Uni-Erstiwoche hörte sie von kulturgrenzenlos: „Ich habe in Heidelberg bei einer ähnlichen Organisation mitgemacht. Als ich das Tandemprojekt gesehen habe, wusste ich sofort: Das möchte ich wieder machen.“
Aniket kommt aus Punjab in Indien und kam 2024 für seinen Master nach Kiel. Erst in Agrigenomics, später wechselte er im Umweltmanagement. „Ich habe einfach gemerkt, dass das besser zu mir passt“, sagt er. „Und Linea hat mir gezeigt, dass es völlig okay ist, etwas zu verändern, wenn man merkt, es passt nicht.“

Eine ihrer liebsten gemeinsamen Aktivitäten ist das Kochen. „Zu Weihnachten hat Linea mir gezeigt, wie man deutsche Kekse backt. Das waren meine ersten selbstgebackenen Kekse überhaupt“, erzählt Aniket stolz. Einige Monate später revanchierte er sich mit einem indischen Abend: Kichererbsen-Curry, Chapati – und einem lauten Dampfkochtopf, der Linea zum Lachen brachte.
Nach dem Essen sahen die beiden zusammen The Age of Adaline – „es war super gemütlich“, sagt Linea, „und irgendwie wie ein kleiner Kurzurlaub.“
Auch bei den kulturgrenzenlos-Events sind sie regelmäßig dabei: Opernbesuche, Stadtführungen, das Tandemcafé mit Brettspielen oder gemeinsame Spaziergänge an der Kiellinie. „Ich kannte Opern grundsätzlich, aber ich habe zum ersten Mal eine live gesehen und sie war auf Deutsch. Deshalb hat Linea mir alles auf Englisch erklärt“, sagt Aniket. „Das war einer meiner Lieblingsmomente.“

Sprachlich bewegen sie sich zwischen Deutsch und Englisch, je nach Situation. „Ich frage immer, ob es okay ist, wenn ich etwas auf Deutsch schreibe“, sagt Linea. „Ich möchte, dass er sich wohlfühlt.“ Für Aniket ist das wichtig: „Sie macht es einfach, weil sie möchte, dass ich lerne – aber ohne Druck.“
Kulturelle Unterschiede erleben sie eher humorvoll. Linea erinnert sich an den Winterabend, an dem sie mit dem Fahrrad zur Oper fuhr: „Aniket war völlig geschockt, dass ich bei der Kälte radle!“ Aniket lacht: „In der Region, in der ich lebe, vermeiden die Menschen es im Winter eher, Motorrad oder Fahrrad zu fahren, wenn sie andere Alternativen haben.“

Obwohl beide viel zu tun haben, bleibt das Tandem bestehe. „Man muss sich nicht jede Woche treffen, um ein gutes Tandem zu sein“, sagt Linea. „Es geht um die gemeinsame Zeit – egal ob beim Kochen oder einfach beim Spazierengehen.“
Ihre nächste Idee? Ein Wochenende in Osnabrück, wo Anikets Familie ein indisches Restaurant führt. „Seine Familie hat mich eingeladen, dort zu übernachten – das bedeutet mir unglaublich viel“, erzählt Linea. Und im Gegenzug möchte sie ihm Hamburg zeigen.

Für Linea ist klar: „Menschen sollten überall willkommen sein – egal woher sie kommen, welche Sprache sie sprechen oder welche Geschichte sie haben. Kulturgrenzenlos schafft genau dafür Raum.“
Aniket ergänzt: „Ich habe mich nie wie ein Fremder gefühlt. Linea hat mich so angenommen, wie ich bin.“
Auf die Frage, was sie anderen empfehlen würden, überlegen beide nicht lange:
„Unbedingt teilnehmen!“, sagt Linea. „Es ist keine Verpflichtung, aber eine große Bereicherung. Und die Events sind super – und kostenlos.“
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Interview und Foto: Regina Elagina
Mir macht besonders die Arbeit mit Menschen Spaß. Die Idee eines Begegnungsprojekts, bei dem Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen aufeinandertreffen finde ich besonders wichtig, um Vorurteile abzubauen und dazu beizutragen, gemeinsam eine offene, bunte Gesellschaft zu gestalten, in der sich jede Person willkommen fühlt. Insbesondere im momentanen gesellschaftspolitischen Klima ist es mir wichtig, mich für ein diverses und friedliches Miteinander einzusetzen.
Interkultureller Austausch bedeutet für mich, sich zu trauen, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, offen auf Menschen und ihre Lebenswelten zuzugehen und neue Perspektiven einzunehmen.
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