Moti-Bank: Interview mit Shima

In unserer Moti-Bank (= Motivations Powerbank) stellen wir Menschen und ihre Geschichte vor, die sich in ihrer Umgebung engagiert haben, um etwas zu verändern. Ziel ist es durch das Teilen dieser Beispielen andere zu motivieren und zu inspirieren, selbst aktiv zu werden und sich zu engagieren.

In diesem Interview stellen wir euch Shima Rahnama aus dem Iran vor. Sie hat sich im Iran für den internationalen studentischen Austausch eingesetzt und für medizinische Aufklärung. Später in Deutschland setzte sie ihre ehrenamtliche Arbeit bei kulturgrenzenlos und als Dolmetscherin fort. Derzeit studiert sie Medizin an der CAU.

„Wenn die Menschen an den Iran denken, schwebt ihnen ein Land vor Augen, welches geprägt ist von alten Traditionen und einer strengen Kultur. Genau dieses Bild versucht die Regierung aufrecht zu erhalten gegen den jungen Wandel im Land. Aber die jungen Menschen im Iran sind sehr weltoffen und haben den starken Wunsch nach Austausch mit anderen Kulturen.“

Mit diesem Wunsch, Studenten die Möglichkeit zu bieten andere Kulturen kennenzulernen, hat auch Shima in ihrem Studium angefangen bei studentischen Austauschorganisationen ehrenamtlich zu arbeiten. Zusammen mit weiteren Freiwilligen hat sie es geschafft vielen jungen Menschen den internationalen Austausch zu ermöglichen und hat auch selbst an einem Austausch teilgenommen. Durch diese Tätigkeit konnte Shima viele tolle neue Menschen, Traditionen und Kulturen kennenlernen. So hat sie zum Beispiel eine Studentin aus Polen bei sich aufgenommen und konnte mit viel Spaß neues über die Kultur und das Land lernen. Diese eigenen Erfahrungen wurden ihr auch von anderen Teilnehmenden bestätigt, die daraufhin sogar mehrmals an dem Austauschprogramm teilgenommen haben, weil sie viele positive Erfahrungen sammeln konnten.

Shimas freiwilligen Arbeit im Iran endete aber damit nicht, sondern sie setzte sich in ihrem Medizinstudium auch noch für die medizinische Aufklärung im Bereich Krebs und sexuell übertragbare Krankheiten (STD) ein, da es eine große Wissenslücke in der Bevölkerung gibt. „Ein besonders schönes Erlebnis, an das ich mich erinnere, ist eine Spendengala für krebsleidende Kinder, wo es uns möglich war sehr viel Geld zu sammeln.“

Als sie dann mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen ist, hat sie ihre ehrenamtliche Arbeit fortgesetzt. 

„In Deutschland wurde ich konfrontiert mit einem verzerrten Bild des Irans und anderer Länder. Viele stellen sich den Iran als ein Land, bestehend aus vielen kleinen Dörfern vor, obwohl es genau dies nicht ist. Der Iran und viele andere persische und arabische Länder haben hochdigitalisierte Millionenstädte, die deutschen Städten voraus sind. Es hilft auch nicht, dass in den deutschen Medien nur die schlechten Seiten der Länder gezeigt werden und die Menschen hierzulande nur diese Seite kennen.“

Um genau diese Missverständnisse aufzuklären, hat Shima angefangen bei kulturgrenzenlos zu arbeiten. Dafür hat sie zum Beispiel schon einen Tanzworkshop angeboten, um den Menschen auch das schöne Gesicht mit allen Traditionen und Kulturen des Landes zu zeigen. Aber sie konnte durch die Arbeit bei kulturgrenzenlos nicht nur Menschen etwas beibringen, sondern auch selber viel neues über andere Kulturen lernen. 

Auch hilft sie Menschen mit Flucht- und/oder Migrationserfahrungen als Dolmetscherin bei wichtigen amtlichen und/oder medizinischen Terminen, weil sie aus eigener Erfahrung weis, wie schwer es ist sich in einem neuen Land, dessen Sprache man nicht spricht,  zu recht zu finden.

 

Danke Shima für dein ehrenamtliches Engagement 🥰

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Erinnerungsstücke Syrien

Einladung zur Ausstellung


Geschichten und Gegenstände von Syrer*innen in Kiel

In der Ausstellung “Erinnerungsstücke Syrien” geben Syrer*innen mit Geschichten und Gegenständen aus ihrem Alltag persönliche Einblicke in ihre Vergangenheit in Syrien, ihren Weg nach Deutschland oder in ihr Leben in Kiel. Idee der Ausstellung ist es, syrisches Leben in Kiel sichtbarer zu machen, Menschen aus Syrien kennenzulernen und Gedanken sowie Erlebnisse zu teilen.
„Erinnerungsstücke Syrien” ist ein Projekt von kulturgrenzenlos e.V. und dem Beauftragten für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen Schleswig-Holstein und ist im Rahmen der Kulturwochen Syrien 2021 entstanden.


Ausstellungseröffnung mit Live-Musik
am 6.11.2021, 18 – 20 Uhr (ohne Anmeldung, es gilt die 3-G-Regel)

Wo: Kosmos, Holstenstraße 76, 24103 Kiel
Ausstellungsdauer: 08.11. – 19.11.2021 // 12-18 Uhr

 

 

Moti-Bank: Interview mit Mahmoud

In unserer Moti-Bank (= Motivations Powerbank) stellen wir Menschen und ihre Geschichte vor, die sich in ihrer Umgebung engagiert haben, um etwas zu verändern. Ziel ist es durch das Teilen dieser Beispiele andere zu motivieren und zu inspirieren, selbst aktiv zu werden und sich zu engagieren.

In diesem Interview stellen wir euch Mahmoud Alhmada aus Syrien vor. Mahmoud ist von Beruf Erdöl-Ingenieur und seit Anfang 2016 in Deutschland.

 

Er hat sein Engagement bereits mit 18 Jahren in Syrien begonnen, in dem er beim Roten Halbmond (das syrische Rote Kreuz) tätig war. In Deutschland hat sich Mahmoud als Dolmetscher im Flüchtlingsrat und bei der Refugee Law Clinic in Kiel engagiert. Auch bei kulturgrenzenlos ist Mahmoud ehrenamtlich im Orga-Team dabei und organisiert Events wie das Sprachcafé und den Männertreff “Lass’ mal schnacken”.

 

“Es gab viel in meiner Umgebung, das ich ändern wollte. Ich wollte einfach raus aus meiner Wohnung und mehr Leute treffen und kennenlernen. Ich wollte auch meine Fähigkeiten im Umgang mit Leuten verbessern. Als ich mit dem Studium angefangen habe, war ich 18 Jahre alt. Ich wollte mit einer ehrenamtlichen Tätigkeiten anfangen. Mein erstes Engagement war in Syrien beim syrischen roten Halbmond. Es ist wie das deutsche rote Kreuz. Dort war ich Helfer für alte Leute in ihrem Alltag (Unterstützung beim Einkaufen usw.). Als ich nach Deutschland kam, war ich in einem Flüchtlingsheim in Lensahn (in Ostholstein). Dort habe ich den Leuten beim Rathaus und dem Jobcenter bei der Übersetzung geholfen. Ich konnte dort meine Kenntnisse in der englischen Sprache nutzen.

Wegen der neuen Arbeitsstelle bin ich nach Kiel umgezogen. Dann habe ich kulturgrenzenlos kennengelernt. Im Jahr 2018 habe ich eine Tandem Partnerin gefunden. Es war mir sehr wichtig, dass ich neue Leute kennenlerne und Kontakte in Kiel knüpfe und ein paar sportliche Aktivitäten mache. Ich hatte aber auch ein paar Ideen, die ich umsetzen wollte, wie eine Geocaching-Gruppe. Deswegen war ich beim Event-Team, um diese Ideen zu realisieren und zu organisieren. Das hat sehr gut geklappt und hat mir viel Spaß gemacht. Seitdem bin ein Mitglied beim Event-Team. Ich organisiere das Sprachafé (“Lass’ mal schnacken”), den Männertreff (“Tee und Schnacken”) und noch viel mehr…

Nina, meine Tandem Partnerin, arbeitet bei der Refugee Law Clinic in Kiel und sie hat mich auch mitgenommen. Ich habe mich dort als Dolmetscher engagiert und das macht mir Spaß.

Durch meine verschiedenen Engagements, habe ich verschiedene Leute unterstützt: alte, junge Leute aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Sprachen – sehr viel Vielfalt. Ich würde gern die Ergebnisse als erfolgreich beschreiben. Denn ich habe viel gelernt. Es hat meine Persönlichkeit weiterentwickelt. Ich habe viel gewonnen: Freunde, Sprachen, neue Kulturen kennengelernt, Open-Mind, Motivation, Kreativität, positiv zu denken und Spaß.”

Mahmoud Alhmada

 

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Projekt Lieblingsorte

Das Projekt Lieblingsorte porträtiert Kieler*innen an ihren Lieblingsorten in Kiel. Dabei wird die Geschichten hinter dem Bild erzählt: Was macht diesen Ort für die fotografierte Person zum Lieblingsort? Welche Erlebnisse verbindet die Person mit diesem Ort? Die resultierende Bilderserie wird einen persönlichen Einblick in das Leben von Kieler*innen geben und soll einen Perspektivenwechsel auf Kiel ermöglichen.

Die ersten Porträts sowie Interviews zu den Personen sind schon entstanden. Hier kannst du dir einen Ersten Eindruck des Projektes verschaffen und dir verschiedene Geschichten der porträtierten Kieler*innen durchlesen.

 

Lieblingsort von Lena: Alte Mu

Ursprünglich komme ich aus Süddeutschland, wo ich auch meinen Bachelor gemacht habe. Für meinen Master bin ich dann vor vier Jahren hier nach Kiel in den Norden gekommen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich am Anfang etwas schwer getan habe mit Kiel. Mir hat es zunächst gar nicht gefallen und ich fand es sehr nass und grau. Inzwischen wohne ich sehr sehr gerne in Kiel und es gefällt mir richtig gut. Geändert hat sich das vor allem auch durch die ganzen tollen Menschen, die ich in Kiel kennen lernen durfte. Ganz wichtig dabei, war für mich die Alte Mu – dort habe ich bei den Veranstaltungen von kulturgrenzenlos viele Freund*innen gefunden. Deshalb gehört die Alte Mu für mich auch zu meinen absoluten Lieblingsorten. Hier gibt es so viele tolle Projekte und spannende Menschen und natürlich auch regelmäßig coole Partys. Durch die Permakultur Gruppe ist die Alte Mu außerdem ein total schöner, grüner Ort, der auch zum Entspannen einlädt. Ich kann wirklich allen empfehlen hier einmal vorbei zu schauen und sich inspirieren zu lassen. 

 

 

 

 

 

 

Lieblingsort von Shuwan: Kiellinie

Neben dem Hiroshima Park ist auch die Kiellinie mein Lieblingsort in Kiel. Mir gefällt, dass man auf der Promenade eine lange Strecke am Wasser entlang laufen kann. Zudem gibt es dort viele Möglichkeiten etwas zu trinken oder Fischbrötchen zu essen. Ich genieße die Atmosphäre, wenn ich am Meer zu sitze und die Schiffe und Ruderboote beobachten kann. Auch die Rufe der Möwen verbinde ich mit diesem Ort. Das Wasser verändert je nach Tageszeit und Lichteinfall sein Aussehen. Wenn ich gut gelaunte Menschen sehe, hilft es mir, Stress abzubauen. Ich mag außerdem die Ruhe dort, ohne den Autoverkehr. Ich kann allen die Kiellinie nur empfehlen.

 

 

 

Möchtest du ebenfalls deinen Lieblingsort mit uns teilen? Dann schreibe uns gerne eine Nachricht an: blickwinkel@kulturgrenzenlos.de

48h Kiel: Filmvorführung + Preisverleihung

Das war unsere Filmvorführung + Preisverleihung von unserem Filmwettbewerb „48h Kiel – Show Your Vision“, den wir gemeinsam mit Raum 3 organisiert haben. Gemeinsam haben wir uns die eingereichten Kurzfilme angeschaut.

Zu jedem Film haben dann noch Aicha (von embipoc) und Frieder (von digga.film) aus unserer Jury eine Rückmeldung gegeben. Vielen Dank an unsere Jury für euer wertschätzendes und positives Feedback für die Filme. Und vielen Dank auch an Marvin für deine tolle Moderation!!


Auf dem Titelbild seht ihr Miria und Carlotta, die mit ihrem Film „Fahrkartenkontrolle“ den ersten Platz belegt haben und damit 150€ gewonnen haben!! Herzlichen Glückwunsch ihr Zwei und Danke für euren tollen Film! Danke auch an digga.film , die unseren 1. Platz gesponsert haben.

Der 2. Platz (100€) geht an Mahmoud und Shuaa mit ihrem Film „Schatzsuche“, der 3. Platz (50€) an Constantin und Claudia mit ihrem Film „eins [punkt] eins“ und der 4. Platz (Gutschein) geht an Marwah & Mariana und ihrem Film „Kiel Views“.

Außerdem hat der Film von Mahmoud und Shuaa bei der Online-Abstimmung den Publikumspreis gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!! Damit gewinnt ihr die Möglichkeit, eine Aufnahme im Tonstudio Tonecomplex zu machen.

Alle eingereichten Kurzfilme könnt ihr euch auf dem Youtube-Kanal von 48h Kiel anschauen.

Bald gibt es auch noch einen Aftermovie unserer Veranstaltung – seid also gespann!

„48h Kiel – Show your vision“

Was wünschst du dir für das Zusammenleben in Kiel? Wie sieht dein Traum von einem gesellschaftlichen Miteinander in der Zukunft aus? Zeig uns deine Vision und mach mit bei unserem 48-Stunden Filmwettbewerb!

In einem Team von 2-3 Personen (unter Einhaltung der aktuellen Kontaktbeschränkungen) kannst du in einem 3-5 Minuten langen Kurzfilm deinen Blick auf die Zukunft Kiels zeigen. Egal ob mit dem Handy oder der Kamera aufgenommen, jeder Film kann eingereicht werden. Auch bei dem Genre bist du völlig frei und kannst zum Beispiel einen Fiction-Film, eine Dokumentation oder ein Musikvideo drehen.

So kannst du mitmachen:

 

  1. Auf der Webseite von 48h-Kiel ganz unten kannst du dich alleine oder als Team (2-3 Personen) anmelden.
  2. Wenn du möchtest kannst du an unserem Workshoptag am 29. Mai mitmachen. Am Vormittag (10-13 Uhr) kannst du im Workshop Team & Vision die anderen Teilnehmenden und, wenn du dich allein angemeldet hast, dein Team kennenlernen. Am Nachmittag (14-16 Uhr) kannst du im Workshop Film & Schnitt die technischen Grundlagen u.a. zum Filmen und Schneiden (mit dem Handy und der Kamera) lernen.
  3. Vom 11.-13. Juni findet schließlich das Filmwochenende statt. Bei einer online Auftaktveranstaltung am Freitagabend, den 11. Juni um 16 Uhr bekommen alle Teams die genaue Aufgabenstellung und alle Infos für den Dreh der Filme.
    Anschließend haben du und dein Team am Freitag ab 17 Uhr genau 48 Stunden Zeit, um eure Kurzfilme zu produzieren. In dieser Zeit stehen wir euch bei Fragen als Ansprechpartner*innen zur Verfügung. Abgabe der Kurzfilme ist dann Sonntagabend, den 13. Juni um 17 Uhr.
  4. Zwei Wochen nach der Abgabe, am 26. Juni um 18 Uhr, findet schließlich die Abschlussveranstaltung als Livestream statt. Dort werden alle Kurzfilme gezeigt und es gibt eine Preisverleihung durch eine externe Jury. Im Anschluss laden wir dich zu einer online Aftershow-Party ein!

Natürlich gibt es auch tolle Preise zu gewinnen:

  1. Platz: 150€
  2. Platz: 100€
  3. Platz: 50€

Publikumspreis: Ein Tag im Tonstudio

Egal, ob ihr schon Erfahrung beim Filmemachen habt oder nicht, bei „48h Kiel – Show your Vision“ können alle mitmachen. Wir möchten jungen Kieler*innen mit unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen die Möglichkeit geben, in einem selbstgedrehten Film ihre Vision von einer Gesellschaft zu erzählen. Dabei liegt der Fokus auf einem rassismuskritischen Miteinander und dem gesellschaftlichen Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in Kiel.

Wenn du Fragen hast, dann schreib gerne eine Mail an blickwinkel@kulturgrenzenlos.de.

Wir sind schon ganz gespannt auf die Kurzfilme!!

Foto von Cyrus

Moti-Bank: Interview mit Cyrus

In unserer Moti-Bank (= Motivations Powerbank) stellen wir Menschen und ihre Geschichte vor, die sich in ihrer Umgebung engagiert haben, um etwas zu verändern. Ziel ist es durch das Teilen dieser Beispiele andere zu motivieren und zu inspirieren, selbst aktiv zu werden und sich zu engagieren.
In diesem Interview stellen wir euch Cyrus aus Indien vor. Er hat ihm Rahmen seines Masters in Maschinenbau als Tutor Kommiliton*innen bei ihrem Studium unterstützt und ihnen dabei geholfen wichtige Prüfungen erfolgreich zu bestehen.
“Ich habe meinen Bachelor in Indien gemacht und bin dann für den Master in Maschinenbau hier nach Kiel gekommen. Am Anfang ging es mir nicht gut hier, ich musste viel Neues lernen, bin in einem ganz neuen Land angekommen und habe auf einmal alleine gewohnt. Mir ist auch das Studium am Anfang nicht leicht gefallen und ich hatte einige Probleme. Aber durch diese Schwierigkeiten habe ich gelernt meine Denkweise zu verändern und ich habe meine Fächer erfolgreich abgeschlossen und bin schließlich auch Tutor in einemFach geworden.
Als Tutor und in meinem Studium habe ich viele Leute kennengelernt, die eigentlich gar kein Ingenieur werden möchten, die aber von ihren Eltern oder anderen unter Druck gesetzt werden, dass sie das studieren. Ich habe versucht diese Leute zu unterstützen und sie zu motivieren, indem ich ihnen gezeigt habe, wie sinnvoll das Studium ist und dass sie mit ihrem Studium die Welt sinnvoll verändern können. Als ich selbst als Tutor unterrichtet habe, habe ich versucht den Unterricht so zu gestalten, dass die Leute Spaß hatten und motiviert waren. Außerdem habe ich den Leuten, die Schwierigkeiten hatten, Nachhilfe gegeben, weil ich selbst genau die gleichen Schwierigkeiten am Anfang hatte.
Neben meinen Tätigkeiten als Tutor habe ich Freund*innen dabei unterstützt positiv in die Zukunft zu blicken. Denn ihr Studium hat sie so negativ beeinflusst, dass es ihnen nicht gut getan hat. Ich habe versucht ihnen eine positive Einstellung zugeben. Das wichtigste ist einfach, dass wir glücklich sind. Geld und Karriere ist das eine – aber wirklich wichtig ist, dass wir glücklich sind.
Mein Engagement als Tutor hat mir viel Spaß gemacht. Das Feedback der Student*innen, die ich unterrichtet habe war sehr positiv. Mein schönstes Erlebnis als Tutor aber war, dass alle Student*innen aus meinemKurs die Prüfung erfolgreich bestanden haben.”
Cyrus
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Moti-Bank: Interview mit Paniz

In our Moti-Bank (= motivational power bank), we introduce people and their stories who have committed themselves in their environment to change something. By sharing these examples, the aim is to motivate and inspire others to become active and get involved.

In this interview we introduce Paniz Azadegan. Paniz comes from Iran where she wanted to use her swimming skills to combine joy and learning. She taught the children and women how to swim and shared her advice with them voluntarily.

“Generally, children tend to play around and have some fun. Learning how to swim doesn’t sound much fun. In this situation, I have decided to bring up some ideas to attract the children to have fun while at the same time learn how to swim.

I was 19 years old when I started to work there and I bonded with the team quickly. This experience helped me as well because it increased my awareness about children’s behavior. I was working in a sports complex specifically in the pool area in Iran to teach women and children how to swim. I had multiple duties, for example while I was giving lessons to the participants, I had to keep the pool´s safety in order to prevent any accidents. Also, there were many stressful situations especially in the busy hours. It was so challenging to handle the children and the general safety at once.

Moreover, during the courses, there were some students who were afraid to swim and convincing them to do the practices was not a smooth task. But they kept motivating me to do my best and I always got power from their eagerness to learn. That was a great source of help. I have also received great support from my family who always encouraged me to do what I believe in and from my team in order to improve my performance. Whenever I faced hard times, there were some members of my team who always tried to help me out. 

The results were always so satisfying for both sides. I could see great progress in their efforts in a short period of time and at the same time they were so happy to make this progress and achieved something that was hard for them in the beginning. Also we formed a friendship which helped both sides to have a better view on social contact and how to deal with individuals.“

Paniz Azadegan

Would you also like to report on your commitment and thus motivate others to become active themselves? Then become part of our motivational power bank and contact us by email at blickwinkel@kulturgrenzenlos.de

 

Moti-Bank: Interview mit Michelle

In unserer Moti-Bank (= Motivations Powerbank) stellen wir Menschen und ihre Geschichte vor, die sich in ihrer Umgebung engagiert haben, um etwas zu verändern. Ziel ist es durch das Teilen dieser Beispiele andere zu motivieren und zu inspirieren, selbst aktiv zu werden und sich zu engagieren.

In diesem Interview stellen wir euch Michelle aus Deutschland vor. Michelle hat sich seit 2015 mit dem Thema Abschiebung beschäftigt. Es war ihr Wunsch, Menschen zu helfen, die der Gefahr der Abschiebung ausgesetzt waren.

“Aufgrund persönlicher Kontakte mit Geflüchteten ab dem Jahr 2015, habe ich mich mit dem Thema der drohender Abschiebung beschäftigt. Zusammen mit Freund*innen haben wir angefangen, uns mit dem Thema auseinander zu setzen, mit Jurist*innen gesprochen, Kontakte geknüpft und uns in das Asylrecht eingelesen.

Im Ergebnis haben wir verschiedene Kirchenasyle in Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit Kirchen und Klöstern und vielen fleißigen Helfer*innen organisiert. Damit haben wir Abschiebungen, vorrangig nach Ungarn, verhindern können. Später auch Abschiebungen in den Iran. Ich war 36 Jahre alt, als ich damit angefangen habe.

Die Aufgaben, mit denen ich mich beschäftigt habe waren unterschiedlich, aber alle hatten das Ziel, Menschen aus Syrien und dem Iran zu helfen, mit denen ich Kontakt hatte. Mein Engagement bestand aus dem Austausch mit Organisationen, Gesprächen mit Kirchen, Klöstern, Vereinen, dem Besuch von Workshops zum Thema Asylrecht, Kontakten zum Flüchtlingsrat und anderen aktiven Netzwerken in Kiel und Schleswig-Holstein. Aber auch in der Begleitung bei Ämtergängen, Unterstützung beim Schriftverkehr und Telefonate mit dem Auswärtigen Amt. Ich habe außerdem Menschen darin unterstützt Dokumente übersetzen zu lassen und in ihren Gesprächen und Schriftverkehr zu Anwält*innen im In- und Ausland begleitet. Auch habe ich soweit wie möglich (da ich keine Juristin bin) beraten und Gespräche mit Jurist*innen zum Thema Asylrecht geführt.

Natürlich gab es auch viele Schwierigkeiten. Das Asylrecht ist unglaublich kompliziert und änderte sich ständig. Hierbei braucht man viel Konzentration und Hilfe von Profis (Jurist*innen, Menschen und Vereine). Auch die Kommunikation mit Anwält*innen war teilweise kompliziert (die Sprache, Erreichbarkeit, da diese zum Teil im Ausland tätig waren). Auch der Zeitdruck war ein großes Thema. Emotional ist es oft sehr schwierig, diesem Druck stand zu halten, da es in vielen Fällen klar war, welche Konsequenzen die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen zu erwarten hätten, wenn wir keinen Erfolg haben. Aber bei meiner Engagement hatte ich auch viel Unterstützung von Freund*innen, Vereinen, Kirchen, Klöstern und Anwält*innen, die immer bereit waren zu helfen.

Alle Menschen, denen ich geholfen habe sind nun in Sicherheit. Viele sind zusätzlich mit ihrer Familie vereint und haben unbeschränkten Aufenthalt in Deutschland oder im Ausland. Das ich aus Sicherheitsgründen nicht mehr in den Iran und die Türkei einreisen kann, ist mir vollkommen bewusst, aber das war mir das alles wert.”

Michelle

 

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Moti-Bank: Interview mit Yalda Farangis Sawgand

In unserer Moti-Bank (= Motivations Powerbank) stellen wir Menschen und ihre Geschichte vor, die sich in ihrer Umgebung engagiert haben, um etwas zu verändern. Ziel ist es durch das Teilen dieser Beispiele andere zu motivieren und zu inspirieren, selbst aktiv zu werden und sich zu engagieren.

 

In diesem Interview stellen wir euch Yalda Farangis Sawgand aus Afghanistan vor. Sie hat sich in Afghanistan als Aktivistin und Politikerin insbesondere für die Rechte von Frauen und Kindern engagiert und als Lyrikerin mit ihren Texten und Gedichten wichtige Aufklärungsarbeit geleistet.

“ Ich wünschte mir von klein auf die Taliban weg, um mit anderen Kindern draußen frei herumlaufen zu können, ohne Kopftuch, in der Natur zu sein, auf Bäume zu klettern, am Wasser zu spielen, auch als Mädchen zur Schule gehen zu können und dieselben Rechte wie die Jungen zu haben.

Kinderarbeit, Misshandlung von Kindern, Zwangsverheiratung, Versklavung, sexueller Missbrauch waren mir schon sehr früh ein Dorn im Auge. In der Oberstufe des Gymnasiums habe ich die Organisation Chorschid (Sonne) gegründet, und mit 12 Schülerinnen gingen wir in unserem Umfeld dagegen vor.

 

In der Deutschen Welle, dem Sender des deutschen Militärs in Afghanistan, dokumentierte ich die oben genannten Missstände und sprach regelmäßig darüber, auch in den Tagesnachrichten. Meine Aktivitäten als Lyrikerin, in dem von mir gegründeten Verband junger engagierter Schriftsteller*innen, sowie als Abgeordneten im Jugendparlament und dann im Parlament waren sehr unterschiedlich.

Beratung von Frauen in Gefängnissen und von Gewalt betroffenen Frauen, Organisation von Seminaren und Workshops zur politischen Bildung für Jugendliche, Veröffentlichung von Texten in afghanischen Tages- und Wochenzeitungen, Gedichte und Kurzgeschichten in englischsprachigen Websites und Zeitungen. Eines meiner Hauptanliegen war auch die Benennung der Mutter in den Geburtsurkunden. Bisher werden dort nur die männlichen Vorfahren erwähnt.

Außerdem leistete ich im Rundfunk der Deutschen Welle, aber auch durch Demonstrationen, Flugblättern und öffentlichen Reden Aufklärungsarbeit über zivile Rechte und Bürgerpflichten. Themen waren unter anderem die Eigenverantwortung der Gemeinden z.B. für Müllbeseitigung und eine funktionierende Kanalisation, scharfe Kontrollen der öffentlichen Mittel und der Kampf gegen die Korruption, eine gleiche Bezahlung der Frauen und Zugang zum Militär, Stipendien auch für Studentinnen, Vergabe von Stipendien nur bei entsprechender Leistung, ohne Bestechung, staatlich verpflichtender Zugang aller Kinder zur Schulbildung und Wahrung der Rechte der Kinder auch gegen elterliche Willkür.

Mit meinem Engagement habe ich Frauen, Kindern, Jugendlichen, Inhaftierten, Gehörlosen, Menschen mit Behinderung, Obdachlosen, hungernden Familien und Drogenabhängigen geholfen .

Während meines Kampfes hatte ich viele Schwierigkeiten, denn die öffentliche Meinung über engagierte Frauen ist in Afghanistan eher herabwürdigend, da sie nicht der Norm entsprechen. Auch demokratisch gesinnte Männer halten ihre Frauen gern unter Verschluss. 

Als engagierte Frau wirst du beobachtet, aber nicht offen kritisiert. Anonyme Einschüchterungsversuche bis hin zum Rufmord habe ich erlebt. Meine zwei Jahre als jüngste Abgeordnete haben mir gezeigt, dass ich mich isolieren muss, um nicht mit korrupten Politiker*innen an einem Strang zu ziehen.

Aber ich hatte immer Hilfe und Unterstützung um weiterzumachen, z.B. von meiner Familie, meinen Studienkolleg*innen, zivilen Aktivist*innen und Bürger*innen. Dennoch geriet ich in Lebensgefahr und aufgrund meiner früheren Arbeit bei der Deutschen Welle gelang es mir, als anerkannter Flüchtling nach Deutschland auszureisen.

Ich bedauere, dass ich meine Arbeit dort nicht fortsetzen konnte. Es bleibt so viel zu tun. Aber ich hoffe, dass meine vielen Wähler*innen unsere gemeinsamen Ziele im Auge behalten und Wege finden, sie in vielen Bereichen durchzusetzen.”

Yalda Farangis Sawgand

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