kulturgrenzenlos kocht!

Letzte Woche Montag hatten wir mit den Tandems einen Abend der besonderen Art: Es wurde geschnippelt, gebrutzelt, gebacken und mit viel Kreativität und Freude ein unglaublich leckeres Drei-Gänge-Menü gezaubert.

Nachdem sich die Tandems jeweils zu zweit zuhause zum Zubereiten der Vor- oder Nachspeise getroffen haben, hat das Team Tandem in der Alten Mu einen jemenitischen Hauptgang mit Reis und Bohnen vorbereitet. 

Anschließend haben wir uns alle zusammen an einer langen Tafel getroffen. Jedes Koch-Team hat durch das Mitbringen einer Vor-, Haupt- oder Nachspeise seinen Beitrag zu einem vielseitigen Buffet geleistet.

Unser Appetit war groß, denn es duftete herrlich in der Küche nach verschiedenen Gewürzen, Knoblauch und gerösteten Mandeln. Während wir uns über die ein oder andere lustige Geschichte über das Zubereiten des Essens ausgetauscht haben, probierten wir die verschiedenen Vorspeisen. Es gab Obst-Spieße, Focaccia, Tomate-Mozarella-Salat, Olivenbrot und vieles mehr. 

Den Hauptgang haben Majd und Abdul zusammen vorbereitet. Der jemenitische Reis wurde auf besondere Weise mit Tomaten, Zwiebeln und Chili gewürzt und schmeckte einfach köstlich. Dazu gab es dicke Bohnen in einer “leicht scharfen” Tomatensoße ;-).

Obwohl unsere Bäuche schon fast platzten, gab es im Anschluss noch verschiedene Desserts: Tiramisu, Cheese- und Schokokuchen, Rote Inge und andere Leckereien. Beim Rezepte austauschen und ausgelassenen Gesprächen ließen wir den Abend ausklingen.

Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben und die ganzen leckeren Speisen mitgebracht haben! Es war ein toller Abend mit euch. Wir freuen uns schon auf eine Wiederholung!

Ausschreibung: Minijob-Stelle als Sprachmittlung

Wir suchen eine*n Sprachmittler*in bei kulturgrenzenlos!

Mini-Job (10 Stunden/Woche)

Du bist kommunikativ, dir macht es Spaß neue Menschen kennenzulernen und du sprichst gut Ukrainisch (oder Russisch) und Deutsch? Dann bewirb dich auf unsere Minijob-Stelle als Sprachmittler*in bei kulturgrenzenlos. Die Stelle beginnt am 01.10.2022 und ist zunächst befristet bis zum 31.12.2022. Eine Verlängerung wird angestrebt.

Bei kulturgrenzenlos e.V. setzen wir uns in verschiedenen Projekten für interkulturelle Begegnungen zwischen jungen Menschen in Kiel ein. Als Sprachmittler*in bist du im Tandemprojekt angestellt. Hier bilden wir Tandems aus Menschen mit und ohne Flucht-/ Migrationserfahrung. Eine gemeinsame Freizeitgestaltung und ein Austausch auf Augenhöhe stehen dabei im Vordergrund. Wir lernen die Teilnehmenden in den Sprechstunden kennen und vermitteln sie nach ähnlichen Interessen als Tandempartner*innen miteinander.

Das sind deine Aufgaben:

  • Du führst Projektvorstellungen von kulturgrenzenlos an verschiedenen Orten in Kiel durch (insbesondere an der Fachhochschule)
  • Du gehst aktiv auf die Zielgruppe zu und begeisterst sie für ein Engagement
  • Du begleitest die Sprechstunden, in denen sich unsere Tandems kennenlernen
  • Du erklärst das Tandemprojekt auf Ukrainisch (oder Russisch)
  • Als Teil des Tandem-Teams planst du Veranstaltungen für die Tandems mit
  • Du informierst dich über die Vereinsangelegenheiten und bist Teil von Entscheidungsprozessen 

Das bekommst du:

  • Du bekommst praktische Erfahrungen in der Sprachmittlung
  • Du entwickelst deine Kommunikationsfähigkeiten weiter 
  • Du arbeitest in einem offenen und motivierten Team mit flachen Hierarchien
  • Du kannst eigene Ideen einbringen und lernst viele neue Menschen kennen

Das ist wichtig:

  • Du bringst Offenheit und Respekt gegenüber Menschen verschiedener Kulturen mit
  • Du sprichst fließend Ukrainisch (oder Russisch) und Deutsch
  • weitere Sprachkenntnisse sind von Vorteil
  • Die Stelle beginnt am 01.10.2022
  • Deine Arbeitszeit beträgt 40 Stunden im Monat (10h/ Woche)
  • Du arbeitest immer mittwochs und donnerstags nachmittags, denn dann finden unsere Sprechstunden und Team-Treffen statt

Neugierig geworden?

Wenn du Interesse an der Stelle hast, dann schicke uns deine kurze Bewerbung bis zum 26.09.2022 an tandem@kulturgrenzenlos.de. Bitte schicke uns einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben (etwa eine halbe Seite). Erkläre, warum du dich für die Stelle interessierst und welche Qualifikationen du mitbringst. Bitte schicke kein Foto von dir. Vorstellungsgespräche werden am Mittwoch, 28.09.2022 zwischen 15 und 17 Uhr stattfinden.

Bewerbungen von Menschen mit Flucht-/ Migrationshintergrund werden besonders begrüßt.

Falls du Fragen zu der Stelle hast, kannst du dich gerne bei uns melden.

Wir freuen uns von dir zu hören!

Viele liebe Grüße

dein kulturgrenzenlos-Team

Bayan und Leoni

Über die Flagge oben rechts könnt Ihr auch eine andere Sprache auswählen, Change to your language (Top right), Змінити мову (угорі праворуч), Изменить язык (вверху справа), تغییر زبان (بالا سمت راست), تغيير اللغة (أعلى اليمين)

Bayan und Leoni kennen sich zwar erst seit etwa einem Jahr, aber sie konnten schon viel Zeit zusammen verbringen. Die zwei kennen sich schon so gut, dass sie sich für unser Interview zur Abwechslung mal gegenseitig vorstellen konnten.

Leoni startet mit einer kurzen Beschreibung von Bayan: „Also Bayan ist 30 und hat einen Sohn, der sehr süß ist. Sie lernt Deutsch, aber richtig schnell. Sie ist Zahnärztin. – Wenn sie die Anerkennung für ihre Ausbildung bekommt, gehe ich nur noch zu ihr. Sie kann gut Halay tanzen. Sie ist sehr nett und ich verbringe gerne Zeit mit ihr.“ „Leoni wohnt in einer WG.“, erzählt Bayan über Leoni. „Sie schreibt gerade ihre Masterarbeit. Sie mag Natur sehr. Sie macht gerne Sport und wandert immer in den Bergen. Sie ist sehr offen für neue Sachen und neue Kulturen. Sie ist auch sehr nett und lustig. Sie hat sehr viele Freund*innen bei kulturgrenzenlos und trifft sich immer mit ihnen.“

Vor allem in ihrer Unternehmungslust und Offenheit für Neues finden die beiden Tandempartnerinnen Gemeinsamkeiten. Beide haben Lust bei ihren Treffen auch mal etwas auszuprobieren, dass sie vorher vielleicht noch nicht gemacht haben oder Orte zu entdecken, die sie noch nicht kannten. Diesen Sommer haben die zwei zum Beispiel schon zusammen am Selbstverteidigungskurs für Frauen von kulturgrenzenlos im teilgenommen und Anfang des Jahres war das Tandem mit uns in der Oper „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“.

Leoni durfte auch schon Bayans Familie kennenlernen. Die beiden treffen sich meistens bei Bayan zuhause, wo sie sich mit Bayans Familie unterhalten, gemeinsam kochen oder Kaffee trinken. Bayan erzählt, dass sich ihre Familie seitdem immer nach Leoni erkundigt: „Sie fragen mich ständig, wo Leoni ist oder: ‘Warum ist sie nicht gekommen?’, ‘Geht es ihr gut?’“

Ein besonders schönes Erlebnis, das die zwei Tandemfreundinnen teilen durften, war die Hochzeit von Bayans Schwester. „Die war echt toll. Wir haben schön zusammen „Halay“ getanzt.“, erzählt Leoni. Vor allem die Zeremonie auf der Hochzeit fand Leoni besonders spannend. Der Ablauf der Hochzeit war neu und sehr interessant für sie.

Ein paar kulturelle Unterschiede konnten die zwei auch im Alltag feststellen, vor allem darin, wie sie sich verabreden und wie sie Treffen mit Freund*innen planen. Leoni erzählt, dass sie sich eher zwischendurch verabredet für ein, zwei Stunden, nicht für einen ganzen Tag. Bayan beschreibt: „In unserer Kultur treffen wir uns immer ohne Termin und ohne Plan und gucken dann zusammen, was wir gemeinsam machen wollen. Trotzdem finde ich Leoni spontan, aber eben mit einem Plan.“

Die beiden wünschen sich für ihre weitere Tandemfreundinnenschaft, an mehr Events für Tandems teilnehmen zu können

Text + Bild: Ali Dursun und Marieke Stöhr

Dominika und Mehmet

“Wir träumen beide von den USA”, antwortet Dominika auf die Frage, was die beiden am meisten verbindet. “Und wir haben beide am gleichen Tag Geburtstag!”, ergänzt Mehmet und beide fangen an zu lachen. Dominika ist in Polen aufgewachsen und lebt jetzt seit acht Jahren in Deutschland. Auf ihren einjährigen USA-Aufenthalt blickt sie immer wieder gerne zurück. Und auch Mehmet, der gebürtig aus der Türkei kommt und jetzt seit zwei Jahren in Kiel wohnt, wünscht sich sehr, irgendwann mal in die USA zu fliegen.

Mehmet und Dominika treffen sich gerne zum Spazieren gehen an der Kiellinie, in einem der vielen Cafés zum Kaffee trinken oder um gemeinsam eine Radtour zu machen. “Ich finde es immer super spannend, wenn wir uns über unsere Kulturen austauschen. Ich frage Mehmet dann, wie er aufgewachsen ist und inwiefern seine Religion ihn prägt.” Aber auch an den kulturgrenzenlos-Ausflug zum Indoor-Minigolf in Hamburg erinnern sie sich gerne: “Ich finde es toll, so viele Menschen aus so vielen verschiedenen Kulturen zu sehen. Und wenn dann auch noch Kinder dabei sind, ist es einfach nur schön”, erzählt Dominika, die in Kiel eine Erzieher*innen-Ausbildung macht und in einer Krippe mit Babys und Kleinkindern arbeitet.

Mehmets Ziel ist es, nach seinen Deutschkursen Informatik zu studieren. In der Türkei hat er bereits ein Studium in Elektrowissenschaften begonnen. “Ich finde es interessant andere Perspektiven kennenzulernen.”, erzählt Mehmet, “Erst war natürlich alles neu für mich. Die Unterschiede zwischen Europa und dem Nahen Osten sind groß, aber ich habe vorher viel darüber gelesen. Dominika hat mich dabei unterstützt, Deutsch zu sprechen und akzeptiert mich einfach so, wie ich bin. Darüber bin ich sehr dankbar.”

Michael und Niels

„Das erste Mal haben wir uns zum Fußball spielen getroffen. Doch das endete leider nicht so gut für mich.“ erzählt Niels und beide müssen schmunzeln. Niels hat sich beim Fußball spielen leider einen Bänderriss zugezogen und war erstmal weniger aktiv. Das nächste Mal haben die beiden sich dann lieber zum Fußball gucken getroffen: „Ich habe glücklicherweise noch am Spieltag Tickets für Bremen gegen Kiel ergattern können und hab‘ dann Michael gefragt, ob er spontan Lust hat.“

Michael war sofort dabei, denn Spontaneität ist eines der Dinge, die er aus seiner Heimat vermisst: „Für alles braucht man hier einen Termin. Wenn ich zum Beispiel von der Arbeit kam, hab‘ ich meinen Freund angerufen und gesagt: „Bist du zuhause? Alles klar, ich komme.“ Pläne machen war für mich neu. Das musste ich erstmal lernen.“

Das Spiel ging 2:1 für Kiel aus – als gebürtiger Bremer für Niels natürlich eine Enttäuschung. Doch Michael hat mit Kiel gehalten und Niels hat im Stadion noch spontan seine Booster-Impfung abgestaubt: „Es ist also doch noch gut gelaufen für uns beide“, lacht Niels.

Niels und Michael studieren beide an der CAU Kiel. „Ich war neu in der Stadt und hatte einfach viel Freizeit. Da hab‘ ich mich mit dem Thema Ehrenamt auseinandergesetzt und bin auf kulturgrenzenlos gestoßen. Das klang nach einer coolen Sache und ich hatte Lust Leute kennenzulernen.“, erzählt Niels. Michael, der seit etwa drei Jahren in Deutschland lebt, schätzt das Tandemprojekt, weil es ihm ermöglicht, Dinge aus einer anderen Perspektive zu verstehen: „Ich hätte Einiges ohne Niels wahrscheinlich nie ausprobiert, zum Beispiel ins Stadion zu gehen oder die Kunsthalle zu besuchen. Es gibt mir die Möglichkeit im Moment zu sein und mich zuhause zu fühlen.“ Niels ergänzt, wie spannend er Michaels Sicht auf die Dinge findet: „Wenn man hier aufwächst, hinterfragt man oft Vieles einfach nicht. Wir reden viel über unsere Kulturen, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten.“

Neben langen Gesprächen bei Spaziergängen durch den Schrevenpark soll es bei den beiden auch sportlich weitergehen: Sie haben jetzt Tischtennis für sich entdeckt und freuen sich schon auf’s nächste Match.

Antonia und Safa

Eine neue Freundschaft aufbauen und gleichzeitig eine andere Kultur kennenlernen – das war die Idee von Antonia und Safa als sie sich letztes Jahr für ein Tandem bei kulturgrenzenlos angemeldet haben. Dieser Wunsch ist dann im November 2021 für beide in Erfüllung gegangen als sie zu Tandempartnerinnen wurden.

Am Anfang hat es bei Antonia und Safa aufgrund von sehr unterschiedlichen Tagesabläufen etwas gehapert, aber dann im Dezember haben sie sich das erste Mal bei einem leckeren Abendessen bei Safa zuhause getroffen. Und weil es so schön war, treffen sie sich von nun an regelmäßig zum Kochen. Zwar haben die beiden unterschiedliche Essenspräferenzen – Antonia lebt vegan und Safa kocht auch mal gerne mit Fleisch – aber vom gemeinsamen Essen lassen sie sich deswegen nicht abbringen. Stattdessen schätzen sie die spannenden Gespräche die dabei aufkommen: “Es ist interessant auf welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten wir stoßen”, erzählt Safa.

Wenn sie sich mal nicht zum Abendessen treffen, gehen sie eine Runde spazieren oder schnacken bei einer Tasse Kaffee über ihre Familien, Freund*innen, die Arbeit und ihre Kulturen. Durch den Austausch stoßen sie dann auch auf neues Wissen aus ihrer eigenen Kultur. „Es kommen dann auch immer spannende Fragen auf, wie zum Beispiel, was Ostern eigentlich ist und warum dabei Eier bemalt werden, auf die ich manchmal selber keine Antworten habe“, schmunzelt Antonia und beide fangen an zu lachen. Die beiden sind froh sich gefunden zu haben.

Melissa und Milena

Melissa und Milena sind beide Ende August im letzten Jahr nach Kiel gezogen. Schon Anfang Oktober 2020 sind die beiden dann ein Tandem bei kulturgrenzenlos geworden. Milena: „Wir sind gleichzeitig nach Kiel gezogen und haben uns dann über euch kennengelernt. Das war richtig cool!“

Die beiden konnten sich noch als eins der letzten Tandems offline bei uns in der Alten Mu kennenlernen, bevor der Lockdown kam: „Das hat direkt ziemlich witzig angefangen.“, beschreibt Milena. „Wir saßen einfach in der Küche und haben Tee getrunken und ich weiß nicht mehr, wer von euch für uns zuständig war, aber irgendwie wart ihr eine Person zu wenig und wir waren kurz auf uns allein gestellt und das hat direkt einfach ziemlich gut funktioniert.“ „Ja wir haben uns erst hier gesehen und noch echt lange gesessen und geredet und dann haben wir uns bei mir getroffen das nächste Mal“, ergänzt Melissa. „Also wir haben dann wie immer gekocht.“ Beide lachen.

„Ja, in unserem Tandem geht’s hauptsächlich um’s Essen! Wenn wir uns treffen wollen, dann fragen wir nicht nur ‘Wann hast du Zeit’ sondern auch ‘und was kochen wir?’”, beschreibt Milena. „Meistens sitzen wir dann beim Essen und überlegen schon, was wir die nächsten fünf Male kochen können.“ „Ja das ist eine Essens-Beziehung.“ „Wir kochen alles vegetarisch. Wir kochen manchmal Costa Ricanische Gerichte, aber haben auch schon kenianisches Essen und deutsche Gerichte gekocht. Und einmal gab es österreichischen Spinatstrudel mit Topfen.“

Wenn die Tandemfreundinnen nicht gerade kochen, dann schnacken sie einfach, nehmen an Events von kulturgrenzenlos teil, und ab und zu machen sie Spaziergänge. „Einmal haben wir auch eine Fahrradtour gemacht.“, erzählt Milena. „Wir sind mit dem Fahrrad an die Schwentine gefahren, sind dort spazieren gegangen und dann mit dem Fahrrad wieder zurück.“ Brettspiele sind auch immer mal bei den Treffen der beiden dabei und das Tanzbein zu Salsa-Rythmen haben sie auch schon geschwungen. Auch als der Lockdown strenger war, waren die zwei Tandempartnerinnen und Freundinnen Kontaktpersonen voneinander und haben sich weiterhin regelmäßig getroffen.

Die schönste gemeinsame Erfahrung war eine Phase, in der Milena ihr Studium abgeschlossen und Melissa ihre Deutschprüfung bestanden und die Zulassung für die Uni erhalten hat: „Das krasseste war einfach, wie du deine Prüfung bestanden hast mit so einem superguten Ergebnis.“ – „Ja das war so eine schöne Phase von drei Wochen mit guten Nachrichten.“ – „Wir haben jede Woche irgendwas gefeiert. Ich hab‘ dann auch meine Masterarbeit abgegeben und in der Zeit haben wir immer montags Sekt oder Bier getrunken um anzustoßen.“

Die Tandempartnerinnen haben noch viele Pläne. Erstmal wollen sie gemeinsam Yoga machen – vielleicht in der Alten Mu – und dann bald ihre Fahrräder reparieren, damit die nächste Fahrradtour losgehen kann. Außerdem wollen Melissa und Milena mehr Spanisch sprechen und so Milenas Spanisch-Kenntnisse verbessern. Natürlich starten sie dabei – passend zu ihrem Lieblingsthema – erstmal mit Ess-Vokabular.

Danke, dass ihr ein Teil von kulturgrenzenlos seid. Wir wünschen euch viel Freude weiterhin in eurer Tandem-Freundinnenschaft! 😊

 

Text & Bild: Marieke Stöhr

 

John und Adrian

Wir haben das Interview auf Englisch geführt. Weiter unten findest du die deutsche Übersetzung.

John and Adrian are a tandem with kulturgrenzenlos since October 2020. While John has been in Kiel for four years already, Adrian just moved to our city last summer to find a job as an engineer. “I quickly joined the tandem project because it was an amazing opportunity to get to know interesting people that otherwise I wouldn’t have had a chance to meet. Especially coming to a city without attending a university, it was hard to meet new people outside of work.”

John and Adrian share their passion for the Swahili language. “I was surprised when we first met. There are not a lot of Germans that speak Swahili”, John remembered. The Kenyan mathematician enjoys taking Adrian to new places in Kiel like the botanical garden. Adrian says that “it’s a lot of fun meeting with John. He is one of the few people I am frequently meeting. Every Friday we take a walk, mostly along Kiel Fjord. Not even rain can stop us from doing so.” “During our walks, we like to talk about anything that is of interest in the day. Sometimes we talk about politics, sometimes just about the weather.”, adds John.

Because of long days of online work and studies in this Corona time, Adrian and John don’t take part in our online tandem meetings. Instead, they prefer to do other activities together, far from screens and online meetings.

For example, they participated in a demonstration on the occasion of the shooting in Hanau and showed commitment to a united society. “On that day, I learned some politically important words in Swahili, like maandamano, which means demonstration. And also beyond the new vocabulary, our friendship is very enriching.”, says Adrian.

When the two are not strolling or going to demonstrations together, you can find them in one of their kitchens. Adrian and John love to prepare Kenyan dishes like Chapati or Ugali. Adrian remembers: “When I was living in Kenya, I learned how to prepare those dishes, so I had an idea of what to do. But when we made it together, John showed me some other ways I could also prepare it. That was cool!”

One highlight of their tandem activity was a private cooking event with another tandem from kulturgrenzenlos. “Here, I got to know some more people from different cultures, which was a nice learning experience for me”, says John.

As for the future, the tandem has already planned some more cooking sessions with dishes from various countries. And for the summer, a cycling tour through the whole of Kiel is planned.

John and Adrian, we are very happy to have you as a tandem with kulturgrenzenlos and wish you a lot of fun for your activities.

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John und Adrian sind seit Oktober 2020 ein Tandem bei kulturgrenzenlos. Während John schon seit vier Jahren in Kiel ist, ist Adrian erst im letzten Sommer in unsere Stadt gezogen, um einen Job als Ingenieur zu finden. „Ich habe mich schnell dem Tandemprojekt angeschlossen, weil es eine tolle Möglichkeit ist, interessante Menschen kennenzulernen, die ich sonst nicht kennengelernt hätte. Vor allem, wenn man in eine Stadt kommt, in der man keine Universität besucht, war es schwer, neue Leute außerhalb der Arbeit kennenzulernen.“

John und Adrian teilen ihre Leidenschaft für die Suaheli-Sprache. „Ich war überrascht, als wir uns das erste Mal getroffen haben. Es gibt nicht viele Deutsche, die Suaheli sprechen“, erinnert sich John. Der kenianische Mathematiker mag es, Adrian an neue Orte in Kiel mitzunehmen, wie zum Beispiel in den Botanischen Garten. Adrian sagt, dass „es viel Spaß macht, sich mit John zu treffen. Er ist einer der wenigen Menschen, die ich häufig treffe. Jeden Freitag machen wir einen Spaziergang, meistens an der Kieler Förde entlang. Nicht einmal Regen kann uns davon abhalten.“ „Während unserer Spaziergänge sprechen wir gerne über alles, was uns an diesem Tag beschäftigt. Manchmal reden wir über Politik, manchmal nur über das Wetter“, ergänzt John.

Wegen der langen Online-Arbeits- und Studientage in dieser Corona-Zeit nehmen Adrian und John nicht an unseren Online-Tandemtreffen teil. Stattdessen unternehmen sie lieber andere Aktivitäten zusammen, fernab von Bildschirmen und Online-Treffen.

So nahmen sie zum Beispiel an einer Demonstration anlässlich des Anschlags in Hanau teil und setzten sich für eine solidarische Gesellschaft ein. „An diesem Tag habe ich einige politisch wichtige Wörter auf Suaheli gelernt, wie maandamano, was Demonstration bedeutet. Und auch über den neuen Wortschatz hinaus ist unsere Freundschaft sehr bereichernd“, sagt Adrian.

Wenn die beiden nicht gerade gemeinsam spazieren gehen oder zu Demonstrationen fahren, findet man sie in einer ihrer Küchen. Adrian und John lieben es, kenianische Gerichte wie Chapati oder Ugali zuzubereiten. Adrian erinnert sich: „Als ich in Kenia lebte, habe ich gelernt, wie man diese Gerichte zubereitet, also hatte ich eine Vorstellung davon, was zu tun ist. Aber als wir sie zusammen kochten, zeigte mir John ein paar andere Möglichkeiten, wie ich sie auch zubereiten kann. Das war cool!“

Ein Highlight ihrer Tandem-Aktivität war ein privates Kochevent mit einem anderen Tandem von kulturgrenzenlos. „Hier habe ich noch mehr Leute aus anderen Kulturen kennengelernt, was für mich eine schöne Lernerfahrung war“, sagt John.

Für die Zukunft hat das Tandem bereits einige weitere Kochsessions mit Gerichten aus verschiedenen Ländern geplant. Und im Sommer wollen sie unbedingt eine Fahrradtour durch ganz Kiel machen!

John und Adrian, wir freuen uns sehr, euch als Tandem bei kulturgrenzenlos zu haben und wünschen euch viel Spaß bei euren Aktivitäten!

 

Text & Foto: Kathi Theune

Kiarash und Anne-Sophie

Kiarash und Anne-Sophie sind seit November 2020 Tandempartner*innen. Anne-Sophie ist aus Augsburg hergezogen und hat sich direkt beim Tandemprojekt angemeldet. Sie wusste, dass sie durch den Lockdown nicht so leicht Menschen in Kiel kennenlernen würde. „Ihr habt euch sehr schnell zurückgemeldet“, freute sich Anne-Sophie. Auch Kiarash freute sich über die schnelle Rückmeldung, da er gerne sein Deutsch verbessern und neue Kontakte in der Stadt knüpfen wollte.

Von Anfang an haben sich Anne-Sophie und Kiarash viel unterhalten. „Ich finde es erstaunlich, wie gut ihr die Tandempartner*innen zuteilt. Wir hatten von Anfang an Gesprächsthemen und haben einfach stundenlang gequatscht“, sagt Anne-Sophie glücklich. Zunächst haben sich die beiden Studierenden online getroffen, dann aber schnell auch in echt. Sie gehen gerne spazieren, kochen zusammen und sind auch ein paar Mal beim Jogging sportlich aktiv gewesen. Gemeinsame Unternehmungen sind während Corona natürlich schwierig, aber auf die Frage was ihr schönstes gemeinsames Erlebnis war, sagten beide lachend: „Wir haben den schlechtesten Film der Welt angeschaut!” „Obwohl er schon nach den ersten 5 Minuten total schlecht war, haben wir ihn komplett durchgeschaut“, sagt Kiarash amüsiert.

Beide schätzen es, dass sie immer voneinander lernen können. „Eigentlich lernt man bei jeder Unterhaltung etwas Neues, da kann ich jetzt nichts Bestimmtes nennen. Aber ich kann immer etwas mitnehmen aus unseren interessanten Gesprächen“, sagt Anne-Sophie und Kiarash kann das nur bestätigen.

Die beiden hoffen, noch mehr miteinander unternehmen zu können, wenn der Lockdown vorüber ist. Wir wünschen euch viel Spaß und Erfolg dabei!

Danke, dass ihr ein Teil von kulturgrenzenlos seid. 😊

 

Text: Juliane Schwarz

Bild: Anne-Sophie und Kiarash

Nafia und Marie-Luise

Nafia und Marie sind jetzt seit ziemlich genau einem Jahr ein Tandem bei kulturgrenzenlos. Die zwei haben ihre Tandem-Freundinnenschaft gerade noch einmal verlängert.

Sie haben sich 2020 kurz vor dem ersten Lockdown als Tandem gebildet. Trotz der Pandemie haben Nafia und Marie den Kontakt zueinander gehalten und sind Freundinnen geworden. Sie konnten sich zwar nur selten treffen, aber stattdessen haben sie die Vorteile der sozialen Medien für sich genutzt, viel geschrieben und telefoniert.
„Im Februar, da waren wir noch mal Kaffee trinken im „Dreimaster“. Da hat Nafia noch in der Unterkunft gewohnt. Ich wohne da ja auch in der Nähe. Wir haben dann noch meine Schwester getroffen und meinen Neffen. Das war sehr schön. Aber im Februar war ja auch Prüfungsphase und wir wollten eigentlich im März wieder mehr machen. Ich hatte erst noch Praktikum und dann war März und der erste Lockdown. Der Kontakt ist deswegen zwischendurch ein bisschen weniger geworden.“, erzählt Marie.

Im Sommer als die Kontaktbeschränkungen etwas lockerer waren, haben Nafia und Marie auch wieder die Chance genutzt, um persönlich gemeinsam etwas zu unternehmen. „Ja, wir sind auch im Sommer einmal in Kiel ins Kino gegangen und haben einen Film zusammen geguckt. Wir haben Popcorn gekauft. Das war sehr schön.“, erzählt Nafia begeistert. „Ja, genau, wir waren im Metro-Kino mit dem Tandemausweis. Für Little Women, oder?“ „Ja so ein Film über starke Frauen, drei Schwestern.“ „Ja, genau, so ein bisschen im Jane Austen-Style, der war echt schön, der Film.“, erinnern sich die zwei.

Ein weiteres Highlight ihrer gemeinsamen Tandempatenschaft war, dass sie eine Wohnung für Nafia und ihren Mann gefunden haben. Marie: „Ja, für mich war der schönste Moment der, in dem Nafia und ihr Mann die Wohnung tatsächlich bekommen haben. Da habe ich mich sehr gefreut.“ Nafia freut sich auch schon darauf, wenn sie Marie zu sich in die Wohnung einladen kann: „Ich wollte gerne Marie in meine neue Wohnung einladen, aber wegen Corona muss man ja leider Abstand halten.“

Am Anfang war die Kommunikation zwischen Nafia und Marie manchmal etwas schwierig. Ganz zu Beginn hatten sie Probleme Gesprächsthemen zu finden und auch sprachlich war es nicht so einfach sich zu unterhalten.

Heute unterhalten Marie und Nafia sich sogar auf zwei Sprachen fließend. „Wir haben ja zum Glück auch eine zweisprachige Tandempartnerschaft. Also wir sprechen oder schreiben manchmal auf Deutsch und manchmal auf Arabisch. Ganz am Anfang war mein Arabisch noch nicht so gut.“, erzählt Marie. „Ja und mein Deutsch ist jetzt auch besser geworden. Wir haben am Anfang dann manchmal sogar noch mit dem Handy übersetzt.“, ergänzt Nafia. Ihr hat es sehr geholfen mit Marie deutsch zu sprechen: „Ich habe sonst nur mit meinen Lehrern deutsch gesprochen.“ Auch Marie konnte ihre Arabischkenntnisse durch die Freundinnenschaft mit Nafia verbessern. „Ja, die Übung macht es. Nafia hat auch noch ihren Deutschkurs gemacht und ich hab‘ noch mehr Arabischkurse gemacht. Deswegen haben wir einfach viel geübt im letzten Jahr und jetzt ist es auch viel leichter für uns.“

Marie und Nafia lernen viel voneinander, auch über die Sprache hinaus. Nafia hat Marie zum Beispiel darüber erzählt, was es bedeutet Jesidin zu sein. Und Nafia möchte gerne von Marie das Fahrradfahren lernen. „In meinem Heimatland dürfen Frauen nicht Fahrrad fahren. Aber hier fahren alle mit dem Fahrrad. Ich würde auch gerne Fahrradfahren, aber ich habe noch Angst.“

Die beiden planen im Sommer das Fahrradfahren zu üben und eine gemeinsame Fahrradtour zu machen.

Wir wünschen euch viel Spaß dabei und weiterhin eine schöne Zeit im Tandem.

Danke, dass ihr ein Teil von kulturgrenzenlos seid! :)

 

Text: Marieke Stöhr

Bild: Nafia und Marie-Luise