Text & Foto: Kathi Theune

John und Adrian

John und Adrian sind seit Oktober 2020 ein Tandem bei kulturgrenzenlos. Während John schon seit vier Jahren in Kiel ist, ist Adrian erst im letzten Sommer in unsere Stadt gezogen, um einen Job als Ingenieur zu finden. „Ich habe mich schnell dem Tandemprojekt angeschlossen, weil es eine tolle Möglichkeit ist, interessante Menschen kennenzulernen, die ich sonst nicht kennengelernt hätte. Vor allem, wenn man in eine Stadt kommt, in der man keine Universität besucht, war es schwer, neue Leute außerhalb der Arbeit kennenzulernen.“

John und Adrian teilen ihre Leidenschaft für die Suaheli-Sprache. „Ich war überrascht, als wir uns das erste Mal getroffen haben. Es gibt nicht viele Deutsche, die Suaheli sprechen“, erinnert sich John. Der kenianische Mathematiker mag es, Adrian an neue Orte in Kiel mitzunehmen, wie zum Beispiel in den Botanischen Garten. Adrian sagt, dass „es viel Spaß macht, sich mit John zu treffen. Er ist einer der wenigen Menschen, die ich häufig treffe. Jeden Freitag machen wir einen Spaziergang, meistens an der Kieler Förde entlang. Nicht einmal Regen kann uns davon abhalten.“ „Während unserer Spaziergänge sprechen wir gerne über alles, was uns an diesem Tag beschäftigt. Manchmal reden wir über Politik, manchmal nur über das Wetter“, ergänzt John.

Wegen der langen Online-Arbeits- und Studientage in dieser Corona-Zeit nehmen Adrian und John nicht an unseren Online-Tandemtreffen teil. Stattdessen unternehmen sie lieber andere Aktivitäten zusammen, fernab von Bildschirmen und Online-Treffen.

So nahmen sie zum Beispiel an einer Demonstration anlässlich des Anschlags in Hanau teil und setzten sich für eine solidarische Gesellschaft ein. „An diesem Tag habe ich einige politisch wichtige Wörter auf Suaheli gelernt, wie maandamano, was Demonstration bedeutet. Und auch über den neuen Wortschatz hinaus ist unsere Freundschaft sehr bereichernd“, sagt Adrian.

Wenn die beiden nicht gerade gemeinsam spazieren gehen oder zu Demonstrationen fahren, findet man sie in einer ihrer Küchen. Adrian und John lieben es, kenianische Gerichte wie Chapati oder Ugali zuzubereiten. Adrian erinnert sich: „Als ich in Kenia lebte, habe ich gelernt, wie man diese Gerichte zubereitet, also hatte ich eine Vorstellung davon, was zu tun ist. Aber als wir sie zusammen kochten, zeigte mir John ein paar andere Möglichkeiten, wie ich sie auch zubereiten kann. Das war cool!“

Ein Highlight ihrer Tandem-Aktivität war ein privates Kochevent mit einem anderen Tandem von kulturgrenzenlos. „Hier habe ich noch mehr Leute aus anderen Kulturen kennengelernt, was für mich eine schöne Lernerfahrung war“, sagt John.

Für die Zukunft hat das Tandem bereits einige weitere Kochsessions mit Gerichten aus verschiedenen Ländern geplant. Und im Sommer wollen sie unbedingt eine Fahrradtour durch ganz Kiel machen!

John und Adrian, wir freuen uns sehr, euch als Tandem bei kulturgrenzenlos zu haben und wünschen euch viel Spaß bei euren Aktivitäten!

Ann-Christin

  • Rolle im Projekt:
    Projektkoordinatorin im Projekt „CoCo – Cooking Connects“
  • Was motiviert dich, bei uns mitzuarbeiten?

    Mir macht besonders die Arbeit mit Menschen Spaß. Die Idee eines Begegnungsprojekts, bei dem Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen aufeinandertreffen finde ich besonders wichtig, um Vorurteile abzubauen und dazu beizutragen, gemeinsam eine offene, bunte Gesellschaft zu gestalten, in der sich jede Person willkommen fühlt. Insbesondere im momentanen gesellschaftspolitischen Klima ist es mir wichtig, mich für ein diverses und friedliches Miteinander einzusetzen.

  • Was bedeutet dir interkultureller Austausch?

    Interkultureller Austausch bedeutet für mich, sich zu trauen, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, offen auf Menschen und ihre Lebenswelten zuzugehen und neue Perspektiven einzunehmen.

  • Ein Fun Fact über dich:
    Meine kleine Mopshündin Lilly wird euch evtl. auch im Büro oder bei gemeinsamen Projekten über den Weg laufen. 

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